Der Stöpsel sitzt…irgendwie


Anscheinend hat BP es endlich geschafft und die weltweit größte Ölkatastrophe gestoppt. Hat ja auch nur 12 Wochen gedauert. Die Zeit war ja auch nur von Hilflosigkeit und Ahnungslosigkeit geprägt. Und die Auftritte in den Medien immer souverän. Jetzt also soll alles dicht sein, nach diversen Anläufen und fehlgeschlagenen Versuchen. Immer wieder wurde die Welt auf ein Ergebnis vertröstet. Man arbeite daran, die besten Leute seien mit Nachdruck am Werk. Wenn das die besten sind, will ich die schlechtesten nicht sehen! Und auch der US-Präsi, unser aller Barrack, der gefeierte Messias, war machtlos und musste zuschauen. Ich hoffe nur, dass er sich nicht mit dem Argument der Arbeitsplatzsicherung von hohen Entschädigungen und Santionsleistungen für BP abbringen lässt. Sonst heißt es bald auch in anderen Wirtschaftsbereichen, Schwamm drüber – nächstes Mal klappt’s wieder.

Ich frage mich nur, was so schwer daran war, einen Stöpsel zu entwickeln, der passt?! Da sitzen „schlaue Köpfe“ am Werk, wirklich top ausgebildete Ingenieure und die bekommen es einfach nicht hin, den passenden Deckel für den Topf zu fertigen. Das können selbst Kinder in der Badewanne, den Stöpsel ins Loch drücken. Oder an ihrem Holzbaukasten. Rund ins Runde, eckig ins Eckige. Das Traurigste ist ja, dass die BP-Chaoten überhaupt keinen Plan B für einen solchen Schadensfall in petto hatten. Darf sowas sein? Wenn ja, überleg ich mir auch was ganz Tolles, womit ich Geld scheffeln kann, wofür ich aber kein Netz und doppelten Boden brauche. Denn wenn nix passiert, ist ja alles tutti. Ist ein bißchen wie beim Elferschießen – springt der Torwart in die falsche Ecke, war es ein grandios verwandelter Strafstoß; spekuliert er aber richtig und hält, war der Elfer grottig geschossen…

Immerhin ruhen sich BPs Mannen nicht auf diesem Teilerfolg aus, sondern denken – oha – direkt weiter. Skepsisch herrscht noch, ob die Abdichtung hält.  Durch zwei weitere Entlastungsbohrungen soll die Quelle zum Versiegen gebracht werden. Hoffentlich sind sie dann, aber es scheint so, als ob:

„Wir sind noch nicht an der Ziellinie. Es gibt noch keinen Grund zu feiern“, so Geschäftsführer Doug Suttler.

Aber selbst wenn es jetzt tatsächlich klappt und die Ölpest eingedämmt ist, macht mich eine andere Tatsache weiterhin wütend. Denn laut Greenpeace sind die Mangrovenwälder auf 30 Jahre hinaus belastet bzw. zerstört. Das gleiche in der Unterwasserwelt vom Golf von Mexico. Da hilft auch kein Geld, um es wieder aufzubauen, selbst die kolpotierte Entschädigungszahlung von 100 Milliarden Dollar in den nächsten 15 Jahren bringt da nichts. Noch schlimmer wiegt für mich aber die Meldung, dass bereits vorher zu tausendfach gepfuscht wurde: im Golf von Mexiko gibt es 27 000 alte Bohrlöcher – etliche sind nur notdürftig verschlossen. Da können wir die nächsten Katastrophen ja schonmal im Kalender vormerken!

Dann hab ich noch etwas schönes aus der Hartz 4-Welt gefunden. Wie bekommt man die Zahl der Langzeitarbeitslosen gesenkt? Nein, nicht durch 1-Euro-Jobs. Sondern durch Kinder. Eine neue Idee wurde nun von Bundesagentur-Vorstandsmitglied Heinrich Alt in den Raum geworfen. Arbeitslose Musiker, Sportleher und Sozialpädagogen sollen in der Kinderbetreuung eingesetzt werden. Würde ja passen. Damit würden direkt mehrer Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: die neu zu berechnenden Hartz-IV-Bezüge für Kinder könnte man dadurch gerecht werden, gleichzeitig den Bundeshaushalt schonen und Frau von der Leyen hätte ihre kostenlosen Sport- oder Nachhilfeangebote für Hartz 4-Kinder. Tolle Sache! Ach ich habe ganz vergessen zu sagen, dass das ganze Projekt ehrenamtlich geschehen soll. Ob die Betroffenen da „mitspielen“? 

Passend dazu geht’s direkt mit Pädagogen und dem deutschen Schulsystem weiter. Dem deutschen Schulsystem? Wohl eher dem Bundesländersystem, denn jedes Land braut sein eigenes Süppchen. Und wir fragen uns, warum wir bei Pisa immer schon in der Vorrunde ausscheiden?!

Bereits in der Grundschule herrscht Uneinigkeit, denn nicht überall gibt es die vier Jahre. Was also passiert bei einem Umzug in ein anderes Bundesland? Besser erst nach der Grundschule umziehen, könnte einiges an Strapazen ersparen. Aber ernsthaft: wie soll es eine Schulreform geben können, wenn jedes Bundesland für sich arbeitet? Jeder hat das beste Schulsystem – ist klar. Nur für die Schüler ist es nicht gut. von reibungslosem Schulalltag und guter Vorbereitung auf die Zukunft kann da keine Rede sein. Selbst wenn man die ganze Schulzeit in einem Bundesland bleibt, sind die Voraussetzungen für Ausbildung oder Studium doch grundsätzlich verschieden. Welch Irrgarten berschritten werden muss, gibt es hier im Detail.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Medialer Small Talk abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s