Fieber oder Wie die Welt zerschmilzt


Heute starte ich mal mit ner Topüberschrift, ganz eng angelehnt an die großartigen Eigenproduktionen der Privaten. Denn wer kennt sie nicht, die Blockbuster „Eis – Wenn die Welt erfriert“ oder „Krümel – Wenn das Brot ausgeht“. Nur diesmal eben alles mit Hitze. Und die Meteorologen wissen wie immer mehr und bestätigen meinen Slogan. Die Welt ist im Fieber, sie schwitzt, wir schitzen und die Monate übertrumpfen sich mit Hitzerekorden. Nix mehr Malle, nix mehr Ägypten! Wir können hier bleiben, wenn wir Sonne wollen. Demnächst sind die Flüge nach Skandinavien ausgebucht oder Grönland erfährt einen „Run“. Reykjavik, die neue Touristenmetropole mit den Hauptattraktionen Vulkanhüpfen und Geysirtauchen. Noch besser ist ja, dass wir auch die Unwetter der Karibik und des Regenwalds bei uns haben. Yeah, einfach mal Tropen, Subtropen und gemäßigte Zone (ja, ich hab in Erdkunde aufgepasst!) geballt und Deutschland und Europa. Da muss doch für jeden etwas dabei sein?! Wer hat noch nicht, wer will nochmal?

Das Wetter spielt einfach verrückt und es wird immer heißer! Der Juni belegt das problemlos – im Jahr 2010 heißester Monat im weltweiten Temperaturdurchschnitt seit…ach aller Zeiten! Damit reicht er dem März, April und Mai in diesem Jahr die Hand. Auch diese drei haben sich aufgeschwungen neue Rekorde aufzustellen. Rekorde, die keiner will! Schmelzen jetzt die Polkappen? Werden Nord- und Ostseeküste versinken, wird Hamburg das zweite Atlantis? Nichts genaues weiß man nicht, aber zur Not ist die Sintflut eh erst nach uns. Und was kann der Mensch besser als ignorieren und verdrängen? Na gut, vielleicht noch kaputt machen und feiern.
Aber nochmal zurück zu den Polkappen, zu unserem Kühlschrank, unserer Klimaanlage. Die ist nämlich irgendwie etwas defekt und leistet nicht mehr so gute Arbeit. Die Eisschichten sind schon wieder dünner geworden, und auch hier gibt es einen Rekord – Wow – ein Rekord-Tief. Hm, nicht so dolle. Warum? Weil das Eis die Sonne zurück ins All schickt. Das geht aber nur, wenn es dick ist. Als Magermodel macht es sich nicht so gut, dadurch wird das Meer nur noch wärmer und alles schmilzt noch schneller. Pah, jetzt sind auch noch die Models schuld.

Durch die Hitze kommt es natürlich auch zu großer Trockenheit. Auch hier hab ich einen Rekord für euch: seit Aufzeichnungsbeginn sind Juni und Juli in diesem Jahr die trockensten Monate. Egal! Oder nicht? Wer – wie ich – auch in Erdkunde aufgepasst hat, weiß, dass das zu Ernteausfällen führt. Wir können uns also schonmal auf steigende Obstpreise einstellen. Aber keine Sorge, der „Vitamina, Vitamina!“ „Potencia, Potencia!“-Mann, den wir von den Stränden Mallorcas kennen, wird es hier noch nicht geben. Ganz so teuer wird ein Stück Melone dann doch nicht.

Wenn Ihr jetzt denkt, ich will das alles nicht, habt ihr Pech! Denn wenn der gute James Lovelock – seineszeichen Professor und Klimaexperte – Recht hat, dann können wir nur auf die Apokalypse warten. Zu retten ist die Erde nicht mehr, vielmehr wird sie sich selbst retten. Supper, weniger Arbeit für uns! Aber wie macht sie das denn? Nun ja, glaubt man dem 90-Jährigen, der in den Swinging Sixties die Gaia-Theorie aufgestellt hat, erledigt Mutter Natur einfach uns und ist alle Sorgen los. Schlau, schlau, die Gute.

Lovelock: „Jegliche Spezies, die die Erde so schädigt, dass ihre Nachkommenschaft bedroht wird, ist dem Untergang geweiht und wird verschwinden. Vor einer Million Jahre gab es bereits einen Klimawandel, in dessen Folge nur 2000 Menschen überlebt haben“

Starker Tobak! Ist eigentlich auch egal, was wir machen, am Ende gehn wir eh drauf. Vielleicht sollten wir uns schonmal Plätze in den Hightech-Schiffchen mieten – 2012 ist nicht mehr weit. Aber wir sind auch gar nicht Schuld an der Misere, denn wir haben durch unsere Evolution die Klimaerwärmung gar nicht absichtlich ausgelöst. Ist einfach so gekommen, sagt Lovelock. Ist ja wenigstens etwas, immerhin schuldfrei ins Nirvana! Daher schließe ich auch mit einer wirklich guten Empfehlung vom Prof. Da wir die Erde nicht retten können, sollen wir es auch nicht versuchen, sondern unser Leben genießen, so lange wir können. Hm, ist er ein Freund von George W.? Steckt da was im Bush? Oder ist es ihm in seinem hohen Alter einfach egal? Ich bin auf jeden Fall fürs Genießen!

Passend dazu nur für euch!

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2 Antworten zu Fieber oder Wie die Welt zerschmilzt

  1. Emily schreibt:

    Es ist auch erkennbar, dass die Unwetter in unserer Region immer heftiger werden und die Übergänge zu den Jahreszeiten weniger deutlich spürbar sind. Einen schönen Beitrag hast du da geschrieben und ja, man sollte das Leben immer genießen. An jedem einzelnen Tag!

    Liebe Grüße
    Emily

  2. Pingback: Apokalypse auf Raten « Lonesome Rider's Blog

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