Tragödie: Massenpanik bei Loveparade


Es sollte ein so schöner Samstag werden. Jetzt herrscht entsetzen über die Tragödie bei der Loveparade in Duisburg. Gegen 17 Uhr brach in einem gesperrten Autobahntunnel am Gelände der Veranstaltung eine Massenpanik aus. 19 Tote, 55 Schwerverletzte und hunderte Verletze gibt es. Laut Nachrichtenberichten sollen ankommende Besucher und Raver, die zu einer Nebenbühne wollten im Tunnel aufeinander getroffen sein. Zu viele hatten zu wenig – Platz und Luft – zur Verfügung und es kam zur Massenpanik. Auch von der darüber liegenden Brücke sollen Menschen in die darunter befindlichen Massen gestürzt sein. Trotzdem Teilnehmer die Polizei auf die Situation bereits vor dem Ausbruch hingeweisen haben sollen und im Akutfall ebenfalls nach Hilfe riefen, blieben die Sicherheitskräfte untätig. Laut Aussage eines Augenzeugen soll er den Satz geerntet haben: „Willst du das hier alles organisieren?“

Sollte dies wirklich so vorgefallen sein, kann man nicht nur den Kopf schütteln, sondern muss den Nutzen der Sicherheitsvorkehrungen hinterfragen. Wenn keiner eingreift, braucht man es auch nicht. Es entsteht einfach nur blanke Wut über solch eine Fehlplanung – einen Tunnel, der bereits vorher als Nadelöhr deklariert wurde, nicht zu sperren – und das dadurch Menschen sterben mussten. Aktualisierung: Es heißt nun, dass der Tunnel der einzige Zugang zum Gelände war. Das ist noch viel schlimmer, als eine vergessene Sperrung. für 1,4 Mio. Menschen einen Tunnel als Zugang sowie keinen anderen Fluchtweg zu nehmen, zeugt von katastrophalem Verständnis einer so groß angelegten Veranstaltung. Ebenfalls herrscht Fassungslosigkeit über das Desinteresse und die Gleichgültigkeit, die  von Seiten der Veranstalter bestanden haben soll. Denn die Loveparade lief weiter und die Informationen wurden zurückgehalten.

Wie kann so etwas sein? Wieso wird ein solches Event nicht besser durchgeplant? Allein, dass das Gelände nur für 500 Tausend Menschen geeignet gewesen sein soll, aber ca. 1,4 Mio. Menschen vor Ort waren – was auch vorher schon klar war, ist für mich unfassbar. Auch Essen und Dortmund hatten sich auf diese Massen vorbereitet, dort war genug Platz vorhanden. Es scheint, dass Veranstalter, Stadt und auch Sicherheitskräfte völlig überfordert waren mit der Planung einer solchen Veranstaltung und die Ernsthaftigkeit nicht für voll genommen haben.
Ich bin fassungslos über einen solchen Ausgang und kann den beteiligten Menschen sowie den betroffenden Familien nur mein Beileid aussprechen. Ich hoffe, dass diese Tragödie genaustens untersucht wird, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Bochum sagte die Loveparade ab, weil das Platzangebot nicht vorhanden war. Duisburg hat dies (wohl) nicht interessiert.

Aktualisierung: Die Loveparade wird aus Respekt vor den Opfern nicht mehr veranstaltet werden! Die Tragödie ist somit Ausgangspunkt für das Ende der Loveparade – für immer! Das ist gut so! Wenn nicht vernünftig geplant werden kann, darf so ein Event nicht stattfinden!

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Eine Antwort zu Tragödie: Massenpanik bei Loveparade

  1. Emily schreibt:

    Mir fehlen immer noch die Worte zu dieser Tragödie

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