Deutschland trauert


Heute ist es eine Woche her, dass bei der Loveparade eine Massenpanik mit 21 Toten und hunderten Verletzten ausbrach. Heute findet die Trauerfeier für die Verstorbenen, die Verletzten, die Beteiligten und die betroffenen Verwandten statt. Der Gottesdienst soll den Schmerz lindern und Halt geben gegenüber den Verleumdungen, die es gab. Nicht die Feiernden selbst hatten Schuld, es waren die Veranstalter und die Planer der Loveparade. Auch Angie Merkel, Hannelore Kraft und ihre „Kollegen“ werden den Verstorbenen und ihren Angehörigen die letzte Ehre erweisen – dies ist mehr Zuwendung als Duisburgs Bürgermeister und Polizeipräsident während der ganzen Woche zustande gebracht haben. Stattdessen gab es Schuldzuweisungen und Versteckspiele.

Falsche Zahlen, die Krankenhäuser über die Verletzten rausgeben mussten, falsche Angaben zu den Abläufen während und vor der Loveparade, falsches Verhalten während des Chaos, feiges Verhalten nach dem Ünglück. Ein Affront gegen die Trauernden, gegen die Verstorbenen. Wie die „Führungsebene“ noch in den Spiegel schauen kann, ist mir ein Rätsel. Da geht es um Pensionsbezüge und Hinhaltetaktiken, um bloß nicht der Sündenbock zu sein, obwohl jeder weiß,  wer es ist! Mir wird übel, wenn ich über so etwas lesen muss, so etwas im Fernsehen und in Interviews hören muss. 21 Menschen – jung, in meinem Alter – sind tot, weil sie feiern wollten. Sie hatten ihr ganzes Leben noch vor sich und hinterlassen nun große Löcher in ihren Familien und Freundeskreisen.

Die Trauerfeier soll auch hier helfen, diese Löcher kleiner werden zu lassen, gestopft werden, können sie wohl nur schwerlich. Dass nicht nur die Betroffenen trauern, sondern der ganze Pott, das ganze Bundesgebiet, zeigt sich an der provisorischen Gedenkstätte. Dort zünden Menschen aus ganz Deutschland Kerzen an, um Solidarität und Mitgefühl in irgendeiner Form zum Ausdruck zu bringen. 550 Menschen werden in der Kriche am Gottesdienst teilnehmen, für 28.000 ist Platz im Stadion des MSV Duisburg. So können die dabei sein, für die kein Platz in der Kirche ist. In weiteren Duisburger Kirchen hängen Großleinwände. Meine Gedanken sind heute bei den Angehörigen. Ich wünsche ihnen Kraft und hoffe, dass die Verantwortlichen mit ihrer feigen Verstecktaktik keinen Erfolg haben werden.

ATBs Beitrag zur Tragödie der Loveparade – „In Love with you“

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Eine Antwort zu Deutschland trauert

  1. Emily schreibt:

    Danke für deinen Beitrag. Mit gemischten Gefühlen habe ich gestern ein paar Bilder gesehen, aber mit Abscheu verfolge ich den feigen Klüngel.

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