Dumpfer Revolutionsgedanke


Das Internet ist schon was Feines! Die vielen Möglichkeiten, die es bietet mit seinen Videoplattformen, Blogs, sozialen Netzwerken, Foren aber auch Nachrichtenkanälen. Es ist ein wunderbarer Spielplatz für Jung und Alt. Moment! Ist es das wirklich? Die Jungen haben doch gar keine Ahnung vom Internet und dem Umgang damit. Die können nichtmals richtig googeln! Das zumindest behauptet der Spiegel in seiner Ausgabe 31/2010. Ein bißchen Netzwerken, Videos schauen und Musik hören, mit Instant Messenger arbeiten oder wie es der Hamburger Bildungsforscher Rolf Schulmeister im Artikel sagt:

„Fummeln können sie“, sagt er. „Sie bringen jedes Programm zum Laufen, und sie wissen, wo sie sich Musik und Filme besorgen können. Aber wirklich gut darin ist auch nur eine Minderheit.“

Was aber erwarten die Forscher? Sollen die Jugendlichen, nur weil sie mit dem Netz aufwachsen, bereits am Web 3.0 werkeln, wo das Web 2.0 noch nicht ausgeschöpft ist? Nach Meinung der Experten haben die „jungen Surfer“ gefälligst die Möglichkeiten des Internets zu erfassen, wenn sie schon damit arbeiten. Es klingt fast danach, als würden sie all ihre Hoffnungen in diese Generation setzen und  nun Panik bekommen, weil nur die Wenigstens bereits Nerds sind. Die geplante revolutionäre Zukunftsmusik klingt nur dumpf ans Expertenohr. Matthias Schwenk schreibt in seinem Blog sehr anschaulich über diese Fehlsicht der Experten. Eltern = unwissend und desinteressiert, dann dürfen es auch die Kinder sein. Internet = doch nicht so beliebt, Printmedium Zeitung = gesichert. Vielleicht überspitzt, doch im Kern des Spiegelartikels steht diese Aussage – nur ist sie falsch!

Was Schwenk dazu schreibt, ist plausibel und deckt sich mit meiner Meinung. Die Spiegel-Experten schätzen die Lage der Jugend falsch oder vielmehr zu naiv ein. Nur, weil keine 12- bis 17-jährigen Nerds bereits an der Weltverbesserung arbeiten, bedeutet dies nicht, dass es keinen Umschwung, keine „Revolution der Lebensweise“ geben wird oder kann. Werden die Möglichkeiten des Internets und die eigenen Fähigkeiten mit Soft- und Hardware erstmal von den dann jungen Erwachsenen reflektiert, kann es schnell zu Wellenbewegungen in alle möglichen Richtungen kommen. Auch ist die „Netzgeneration“ überhaupt nicht so unfähig im Umgang mit dem Internet wie es der Artikel gerne hätte. Zwar hängt nicht jeder 24/7 vor dem Flatscreen, doch benötigt auch der Umgang mit Online-Communities und Videoportalen ein gewisses Know-How. Und nur, weil Sport oder Freunde im realen Leben auch noch existieren, bedeutet dies ja keine Abkehr von virtuellen Fähigkeiten.

Wo ich Schwenk allerdings widersprechen muss, ist im Bezug auf die Printmedien. Zwar wird das Internet immer wichtiger und die Zeitungen gehen keinen geradliniegen Weg in ihrer Meinung zu selbigem. Mal verteufeln sie es, mal ist es der Heilsbringer, wie Schwenk sehr schön angeführt hat. Dennoch bin ich der Meinung, dass das Medium „Print“ nie aussterben wird! Es wird auch in den „neuen, jungen, wilden“ Generationen immer noch genug Leser geben, die „etwas in der Hand haben wollen“. iPads sind schön und gut, doch das Papier wird sich weiterhin halten.

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2 Antworten zu Dumpfer Revolutionsgedanke

  1. Emily schreibt:

    Einen sehr interessanten Beitrag hast du da wieder einmal verfaßt! Den Artikel habe ich ebenfalls gelesen.

    Viele abendliche Grüße,
    Emily

    • lonesomerider82 schreibt:

      Danke! Ich fand den Artikel einfach sehr interessant, nur eine differenzierter Betrachtung wäre schön gewesen. Aber die „Nachkömmlinge“ scheinen ja doch nicht alle Nerds zu werden 😉

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