Keime frei Haus!


Keine Falten, ganz Hollywoodlike und das bitte günstig! Ach, da gibt’s doch was in Indien! Oder auch Pakistan, wenn das Land nicht grad ersäuft! Günstige Schönheitsoperationen leicht gemacht. Zwar nicht das schnelle Geld, aber das schnelle Botox kann man dort machen. Und hinterher soll dann Ratiopharm helfen, wenn sich in die günstige Körpererneuerung irgendwelche fiesen Bazillen geschlichen haben. Worauf ich hinaus will? Auf den Schönheits-OP-Tourismus. Komisches Wort! Gibt es aber schon lange! Die „guten“ Reisen gehen nach Ungarn oder Südafrika, inklusive Sightseeing oder Safari. Na, wenn das kein Angebto ist. In Indien und Pakistan gibt es auch etwas zum Rundum-Sorglos-Paket – nämlich Superbakerien, wie uns der Axel-Springer-Verlag reißerische mitteilt. Aber irgendwas muss ja dran sein, sagt schließlich das Fachmagazin Lancet.

Was in unseren Krankenhäusern also die Streptokokken sind, ist in Asien der Keim NDM-1. Das tolle an ihm: er soll gegen nahezu alle Arten Antibiotika immun sein. Tolles Teil!Das lässt sich nix gefallen und zeigt uns mal, wo es lang geht. Wenn man Pech hat, schön aber direkt in die Kiste. Vorreiter in der Einfuhr sind Kunden aus Großbritannien. Die finden den Keim wohl ganz toll und bringen ihn aus Indien einfach mal mit nach Europa. Gastgeschenk quasi! Experten waren bereits vor einer weltweiten Ausbreitung, da es sich im E.coli-Bakterium hat finden lassen. So sieht es Forscher Timothy Walsh:

„Können sich diese Entzündungen ohne geeignete Behandlung weiter ausbreiten, wird es sicherlich Todesfälle geben.“

37 Schönheitsfreaks haben bisher das Mitbringsel NDM-1 ins Land geschleppt. Aber nicht nur Großbritannien, sondern auch in Australien, Kanada, Schweden, den USA und den Niederlanden wurde der Keimling entdeckt. Da sind wohl nicht nur die Inselbewohner schuldig. Es ist halt ein Boombereich, die Schönheitschirurgie. In Pakistan und Indien blüht der Medizintourismus, weil’s einfach so günstig ist. Zwei neue Luftballons, voller Kussmund, der richtige Hintern oder das faltenfreie Gesicht, das alles zum Dumpingpreis – wer sagt da schon nein?! Hätten sie vielleicht besser, oder wenigstens die Südafrikatour mit Safari gewählt. Da scheint es wenigstens hygienisch zu sein. Der kanadische Mikrobiologe Johann Pitout von der University of Calgary meinte dazu in Lancet:

„Die Konsequenzen werden ernst sein, wenn Allgemeinärzte täglich Infektionen behandeln müssen, die durch diese multi-resistenten Bakterien ausgelöst wurden.“

Billig ist nicht immer gut! Aber weil es eben billig sein soll, hat der Keim laut den Lancet-Autoren auch Potential, zu einem weltweiten Gesundheitsproblem zu werden. Es müsse eine koordinierte internationale Überwachung geben…wohl etwas spät. Außerdem wäre ich für hygienische Zustände und nicht für eine Überwachung eines Epidemiekeims. Aber mich fragt ja keiner!

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