Quo Vadis, Arbeit?


Alles ist super, alles ist prächtig! Wirtschaft und Politik freuen sich, denn der Aufschwung ist da. Außenhandel und Unternehmen melden Rekordumsätze, das Bruttoinlandsprodukt kletterte im zweiten Quartal um 2,2 Prozentpunkte. Ein neues goldenes Zeitalter bricht an. Jetzt bitte Zustand konservieren und nichts mehr ändern! Alles eitel Sonnenschein. Wirklich? Ist tatsächlich alles so toll? Nein! Ein kleines, nicht unwesentliches Grüppchen schaut in die Röhre: die Auszubildenen.

Denn alle Ausbildungssuchenden im Alter von 15 bis 24 suchen entweder vergeblich nach einer Stelle als Auswirkung vom Krisenjahr 2009 oder dürfen sich mit Armutslöhnen abfinden. Beides scheiß Optionen! Ich durfte es eine Zeit lang aus nächster Nähe erfahren und kann sagen: nicht schön sowas!

Der Grund für die Jubelarien ist die Tatsache, dass die Jugendarbeitslosigkeit zur Zeit wieder sinkt. Doch Optimismus verbreiten die Werte trotzdem nicht. Von 9,8% im Jahr 2008 über 10,5% im Krisenjahr bis zu 9,6% im derzeitgen 2010 verläuft der „Arbeitslosengraph“. Nicht wirklich Optimismus verbreitend, doch dass ist der Politik egal, denn der Pfeil zeigt ja nach oben, irgendwie. Dass die angebotenen Jobs zudem auch häufig aus Zeitverträgen oder Niedriglöhnen bestehen, fällt dabei unter den Tisch. Von 200k auf 675k ist die Zahl dieser Jobs gestiegen – auch eher suboptimal!

Allerdings muss auch konstatiert werden, dass die Jugendlichen teilweise auch selbst schuld sind. 50.000 Stellen blieben bisher unbesetzt aufgrund mangelnder Eignung seitens der Jugend. Das kann entweder an Lehrer, Schulsystem, Elternhaus oder Jugendlichem selbst liegen. Wohl eher aber an einer Mixtur aus allem!
Dies anzugehen wäre wohl Uschi von der Leyens Job, doch die umarmt das andere Lager, sie setzt auf Erfahrung! Kinder statt Inder hatten wir schon, jetzt heißt es: Alte hui, Junge pfui…

Immerhin befinden wir uns in guter Gesellschaft, denn im restlichen Europa ist es nicht anders. In Spanien gab es eine Verdopplung der Quote von 20 auf 40 Prozent der Jugendarbeitslosigkeit. Kein Grund zur Panik also, denn solange die anderen genaus schlecht sind, fällt man ja nicht auf.

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