Chancen


Chancen braucht jeder Mensch im Leben, um etwas zu erreichen. Viele bekommen eine, manche zwei oder drei Chancen. Einige aber keine. Die einen verbauchen sie  völlig schmerzfrei ohne sich Gedanken zu machen, wieder andere holen alles aus der einen Chance raus. Schaut man sich aber die „Menge der Chancen“ (man kann sie auch Optionen oder Perspektiven nennen) von damals zu heute an, kann man einen starke Reduzierung beobachten. Es gibt zwar viele wählbare Optionen fürs eigene Leben, allein die Chance fehlt vielen. Zu viel Bedeutung hat Vitamin B(ekanntschaften) bekommen, zu groß scheint die Konkurrenz in vielen Bereichen. Die Wirtschaft tut ihr Übriges. Ich selbst habe erleben müssen, wie viele gleichwertige Bewerber um eine Stelle konkurrierten. Was den Ausschlag gegeben hat, weiß nur der Gewinner…wenn überhaupt.

Es hieß oder heißt ja immer so schön, dass derjenige, der einen Plan von seinem Leben hat, diesen auch verwirklichen wird. Schöner (amerikanischer) Traum – wer etwas will, wird es erreichen. Die wenigstens schaffen dies wirklich aus Willenskraft, viele brauchen eben die eine Chance, um ihr Ziel in Angriff nehmen zu können. Wer sie nicht bekommt, hat (meistens) Pech. Oder will mir einer erzählen, dass diverse Sänger und Schauspieler einfach nicht gut genug sind bzw. die Stars einfach von Anfang an DIE unumgängliche Klasse besessen hätten? NEIN! Ein Blick auf den schauspielerischen Supermimen Tom Criuse oder den ausdrucksstarken Gesichtsakrobaten Sly Stallone sagen doch alles. Wie häufig sieht man Straßenmusiker oder in kleinen Theaterstücken auch Laiendarsteller, die es wirklich drauf haben. Die Klassen besser sind, als das Gewurste von DSDS & Co. Nur bekommen sie nicht die Chance, bei ihnen sagt niemand „ach komm, du darfst dich versuchen“.

Zusätzlich darf man sich fast keine kleinen Stolpersteine – auch … genannt – leisten. Diese können schon dafür sorgen, dass einem keine weitere Chance gegeben wird.  „Wie sie haben eine Ausbildung gemacht und dann noch studiert? Wie sie haben den Studiengang gewechselt und nicht in der Regelzeit abgeschlossen? – Tut mir leid, aber so ist ihre 1,0 nichts wert!“ Ja, sowas habe ich bereits von ehemaligen Unikollegen und Freunden hören müssen.

Meiner Meinung nach ist der Wandel von „früher“ über die Jahrtausendwende bis ins Jetzt schon extrem. „Früher“ gabes viele Jobs, die Bewerber konnten sich ihre Stelle quasi aussuchen. Dass soetwas heutzutage nicht mehr möglich ist, ist mir klar, verlange ich auch gar nicht. Größer ist hingegen schon der Sprung von der Jahrtausendwende zu den Jahren 2005-2010. Die Abijahrgänge um die Milleniumwende waren reine Versuchskanninchen. Innerschulisch gab es diverse Umstellungen – Abschaffung Sportabitur, Facharbeit, etc. – leichter wurde das Abi dadurch nicht. Versuchskanninchen Schüler. Aber auch außerschulisch vollzog sich ein Wandel. Der Magister wurde an den Unis durch Bachelor/Master abgelöst, diese waren allerings noch überhaupt nicht durchgeplant. Versuchskanninchen Student. Und die Generation Praktikum wurde geboren. Versuchskanninchen Berufsanfänger. Die Jahre 2000-2004 hatten aber noch andere Defizite, womit wir wieder zu den Chancen kommen. Wer sich seinen (Lebens-)Weg nämlich noch nicht geplant hatte, sondern auf Entscheidungshilfe hoffte, guckte in die Röhre. Das Wort Beratung hatten Veranstaltungen rund um die Uni oder andere Bereiche derlebensplanung nicht verdient. Es war eher ein „probier aus, was du magst, wenns nicht klappt, egal“. Grandiose Aussage, die einen weiterbringt. Ab ca. 2005 – nachdem 4 Jahre lang, bemitleidenswerte, verwirrte Menschen sich auf die Suche nach ihrem Glück gemacht hatten – erkannte man, Hilfe ist von Nöten. Seitdem gibt es Beratungsstellen, welche die Bezeichnung auch verdienen. Es gibt breiter angelegte Wege für die Berufswahl, neue Studiengänge und Ausbildungen, die einen nicht speziell auf einen Beruf festlegen. Hilfe und Vielfalt sind also die Schlüssel.

Beispiel: Um in den Journalismus/die PR zu gelangen, musste man 2003 noch zur Journalistikschule oder eine Kombi aus Germanistik + X studieren. Über Vitamin B war sicherlich auch ein Einstieg mit irgendeinem Wirtschaftsfach möglich. Seit 2005/06 gibt es eigene Journalismus- und Public Relations-Studiengänge, alternativ auch eine Ausbildung zum Marketingkaufmann, der den Einstieg erleichtert. Germanistik besteht weiter neben diesen Möglichkeiten. Mit jeder Wahl ist man zudem nicht mehr festgelegt, kombiniert man schlau, kann der Job auch in einer ganz anderen Branche liegen.

Für die Milleniumabsolventen und Glückssucher kommt dieses Angebot zu spät. Sie sind entweder bereits fertig und haben  (vielleicht) einen Job, den sie (vielleicht) nicht wollten und sie sind für ein Umschwenken zu alt.
Seid also wachsam, was eure Chancen betrifft. Ergreift sie, agiert mutig, bevor sich eure Option aus dem Staub macht und ihr verlassen zurückbleibt. Denn die heutige Gesellschaft vergibt keine Fehltritte!

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