Ein Ungeheuer namens „Social“


Social Media, Social Networking, Social Responsibility – alles und jeder ist „social“ (jetzt vor Weihnachten sogar wieder das Fernsehen, aber um das soll es hier nicht gehen).  Social Media Netzwerke sind seit geraumer Zeit nicht mehr nur im Kommen, sondern schon voll da. Gefühlt benutzt sie die halbe Menschheit und ohne können wir gar nicht mehr.

Für die einen ein Fluch,für die anderen ein Segen – fast wie bei Monk. Fluch, wenn es um die Allgegenwärtigkeit geht, mit der sie die Gesellschaft erst unterschwellig, inzwischen aber auch offensichtlich überschwemmen. Überall ist man online – iPhone & Co. sei Danke -, jeder weiß, wo man grad ist und wer jetzt Major von welcher Lokalität ist. Dabei werden persönliche Daten so selbstverständlich zur Verfügung gestellt, als hätten sie nichts zu bedeuten. Selbst, wenn Facebook offen sagt, dass sie die Daten zur Werbe- und Marketingzwecken weitergeben, stört das die Nutzer in großer Masse nicht. Warum auch? Was soll schon passieren? Beantworten muss ich die Fragen sicherlich nicht!

Ein Segen hingegen sind die Netzwerke, wenn man Privatnutzern und auch Unternehmen glaubt. Dann sind Facebook, StudiVZ, Twitter und Youtube nicht wegzudenken und sogar geschäftsfördernd. In jedem Fall sind die sozialen Verknüpfungen aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Eher werden sie noch mehr und verstricken alles noch enger.

Ein paar Zahlen gefällig? Gerne!

Im letzten Jahr waren bereits Millionen Nutzer Gefangene im Netz(werk) der „Social-Spinne“. Monatlich surften 2009 allein in Deutschland 15 Millionen Menschen bei StudiVZ, knapp 6 Millionen besuchten Facebook, Stayfriends verzeichnete 3-4 Millionen Freunde und Xing sowie Twitter freuten sich über 1-2 Millionen Nutzer. Bei Twitter ist im Jahr 2010 von mindestens einer Verdopplung auszugehen, glaubt man den Prognosen von Experten im letzten Jahr.*

Bei Befragungen nach der täglichen Nutzung von mindestens 1 Stunde (oder auch mehr) gaben 27% an, diese Zeit bei StudiVZ zu verweilen, Facebook kam auf 21% und Xing auf 18%. Die Tendenz logischerweise steigend, vor allem durch die neuen Smartphones, die ja 2010 in aller Munde sind.*²

Das sind zwar schon beträchtliche Zahlen, doch teils grotesk finde ich, dass tatsächlich der Schlaf (der mir heilig ist) dafür unterbrochen wird. Auf die Frage, ob der Facebook- oder Twitter-Account vor und nach dem Schlafen gehen kontrolliert oder aktualisiert würde, gab es kuriose Antworten:*³

Knapp 20% – Ja, immer wenn ich nachts aufwache (unter 25)
Gut 25% – Ja, manchmal wenn ich nachts aufwache (unter 25)
Knapp 35% – Ja, sobald ich morgens aufwache (unter 25)

Über 25-Jährige liegen immer knapp 10% unter diesen Werten.

Aber nicht nur private Nutzer sind süchtig nach der Dosis Sozialität. Auch Firmen greifen immer häufiger auf diese Möglichkeit zur Werbung und Kundenneugewinnung bzw. -bindung zurück. Bereits 2009 nutzten 13,4 Millionen Firmen die Plattform StudiVZ, 13,9 Millionen gingen bei Facebook auf Werbetour. ** Logischerweise auch hier die Tenenz steigend.

Bei diesen Sphären wundere ich mich nur noch über wenig, was in Sachen Datenklau oder auch gesellschaftlicher Entwicklung geschieht. Alle sind vernetzt und sind es irgendwie doch nicht. Für sind die ganzen „Sozialisierungsprozesse“ nur ein Austausch: Persönlichkeit gegen Masse.

Wer Interesse an noch mehr Statistiken hat, kann unter den angegeben Quellen suchen und ggfls. noch aktuellere Zahlen bekommen.

* *² *³Quelle
** Quelle
** Ausführliche Quelle

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